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Eine
Abhängigkeit liegt nach der internationalen Klassifikation (ICD 10 der
Weltgesundheitsorganisation) dann vor, wenn 3 oder mehr der folgenden
Kriterien erfüllt sind. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol
zu trinken, gehören ebenso dazu, wie Hinweise auf eine verminderte
Fähigkeit, den Alkoholkonsum zu kontrollieren oder der Alkohol wird
benötigt, um Entzugs-Symptome, wie z.B. das Zittern der Hände zu mildern
oder zu vermeiden. Weitere Kriterien sind der Hinweis für die
Toleranzbildung, wenn also zunehmend mehr Alkohol benötigt wird, bevor
die gewünschte Wirkung eintritt oder ein eingeengtes Verhaltensmuster
durch den Alkoholkonsum entstanden ist. Wenn der Tagesplan sich nur
danach ausrichtet, regelmäßig Alkohol trinken zu können oder Interessen
und Vergnügen zunehmend vernachlässigt werden. Schließlich der
Alkoholkonsum, trotz eindeutiger Hinweise auf negative körperliche,
psychische oder soziale Folgen, fortgeführt wird. Die Abhängigkeit
entwickelt sich in verschiedenen Phasen, die durch bestimmte Symptome
erkannt werden. Die Reihenfolge der Phasen steht fest. Sie gehen oft
unbemerkt ineinander über. Kennzeichen der prodomalen Phase sind
plötzlich auftretende Erinnerungslücken. Hinzu kommen das gelegentliche
Erleichterungstrinken und die Erhöhung der Alkoholtoleranz mit der
Steigerung der Trinkmenge. Beginn des heimlichen Alkoholtrinkens. Es
kommt zum ständigen Denken an Alkohol. Wegen des Trinkens entwickeln
sich Schuldgefühle und Gespräche über Alkohol werden vermieden. Der
Alkohol beginnt nun, das Nervensystem und die Stoffwechselvorgänge zu
stören. Merkmal der nächsten Phase ist der Beginn des Kontrollverlustes
über die Trinkmenge. Bereits nach kleinen Mengen Alkohol im Körper
entsteht das Verlangen nach immer mehr Alkohol. Entschuldigungen für das
Trinkverhalten werden gesucht und es kommt zu Aggressionen, sowie Ärger
mit Partnern und den besten Freunden. Zeiten der Alkoholabstinenz werden
eingelegt. Freunde werden gemieden oder fallen gelassen. Das
Erklärungssystem isoliert den Kranken. Es kommt zu Selbstmitleid. Auch
die Ernährung wird nun zunehmend vernachlässigt. Ein großspuriges
Benehmen, grundloser Unwille und regelmäßiges, bereits morgendliches
Trinken, kennzeichnen diese Phase. Der Alkohol hat seine beherrschende
Rolle übernommen. Die chronische Phase beginnt mit längeren
Alkoholräuschen, ethischem Abbau und Beeinträchtigung des Denkens, sowie
dem Trinken mit Personen unter dem eigenen Niveau. Die körperliche
Alkoholverträglichkeit nimmt ab. Undefinierbare Ängste, sowie das
Zittern treten auf, wenn der Alkoholspiegel im Blut sinkt. Im weiteren
Verlauf der chronischen Phase kommt es zu psychomotorische Störungen und
dem Versagen des Erklärungssystems bis hin zu schweren Zusammenbrüchen,
die in jedem Fall eine ärztliche Behandlung notwendig machen.
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